Vogelgrippe: Landkreise kritisieren Landwirtschaftsminister und fordern Unterstützung

„Die Situation in der Tierseuchenbekämpfung ist ernst. Täglich erreichen uns Nachrichten über neue Ausbrüche von Vogelgrippe. In dieser Lage muss ideologiefrei, fachlich untermauert und an den Fakten orientiert gehandelt werden. Wir rufen daher den Landwirtschaftsminister auf, auf die Experten der Tierseuchenbekämpfung zu hören und unnötiges Tierleid aus ideologischen Gründen zu verhindern“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages (NLT), Prof. Dr. Hubert Meyer, heute in Hannover.


Für mehr als irritierend hält der NLT Nachrichten, wonach der Minister aus falsch verstandenem Tierschutz die Tötung von Tieren in einem möglichen Kontaktbetrieb gegen den Rat seiner Fachleute nicht zugestimmt habe. Das Ergebnis: Drei Tage später war der Kontaktbetrieb auch von der Seuche betroffen. Hubert Meyer dazu: „Solche Effizienzverluste sind bei der hohen Geflügeldichte in den betroffenen Landkreisen nicht hinnehmbar. Das Vorgehen passt zu dem wenig stringenten und wankelmütigen Vorgehen bei der Aufstallung, das Niedersachsen viel Kritik, gerade auch von unseren Nachbarbundesländern, eingebracht hat.“

Zum aktuellen Fall des behaupteten tierschutzwidrigen Tötens von Puten-Eintagsküken aus Gründen der Seuchenvorsorge erklärte Hauptgeschäftsführer Hubert Meyer: „Nach dem uns bekannten Sachverhalt war das Landwirtschaftsministerium seit Mitte Januar in den Vorgang voll eingebunden. Der betroffene Landkreis hat seinerzeit ausdrücklich um eine kurzfristige fachliche Bewertung der Rechtsfrage gebeten. Über einen Monat später wurde die entscheidende Frage dann nicht beantwortet, sondern auf einen durch Rechtsprechung wohl überholten Alt-Erlass aus dem Jahr 2011 verwiesen. Rückenstärkung der Vollzugsbehörden vor Ort bei der aktuell sehr schwierigen Tierseuchenbekämpfung stellen wir uns anders vor.“ Hubert Meyer abschließend: „Wir erwarten vom zuständigen Minister, dass er die schwierige Arbeit der Behörden vor Ort fachlich unterstützt und keine ideologischen Streitigkeiten auf dem Rücken der seit Monaten rund um die Uhr arbeitenden Mitarbeiter der Landkreise austrägt.“

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erstellt am 31.03.2017
bearbeitet am 31.03.2017