Zur Struktur der Landkreise und der Region Hannover

Ihren heutigen Gebietszuschnitt erhielten die niedersächsischen Landkreise im Wesentlichen durch das Achte Gesetz zur Verwaltungs- und Gebietsreform vom 28. März 1977. Im Zuge des deutschen Einigungsprozesses trat am 30. Juni 1993 der von den Ländern Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen unterzeichnete Staatsvertrag über die Umgliederung der Gemeinden im ehemaligen Amt Neuhaus und anderer Gebiete nach Niedersachsen - in den Landkreis Lüneburg - in Kraft; das Umgliederungsgebiet umfasste rund 230 Quadratkilometer und etwas mehr als 6.000 Einwohner.

Veränderungen auf der Kreisebene, was Einwohnerzahl und Fläche angeht, haben sich aus der in mehreren Schritten vollzogenen Neugliederung ergeben. Sie sind mit folgenden Zahlen zu belegen (wobei es sich bei den Einwohnern und der Fläche um gerundete Zahlen und Durchschnittswerte handelt):


    1970 hatte Niedersachsen einen Bestand von sechzig Landkreisen mit durchschnittlich 88.000 Einwohnern auf einer Fläche von 772 qkm.

    1980 hatte sich die Zahl der Landkreise auf 38 reduziert, die nunmehr im Durchschnitt 148.000 Einwohnern auf einer Fläche von 1.213 qkm Heimat boten.

    Ein gutes, fast anderthalb Jahrzehnt später, im Jahr 1994, waren immer noch 38 Landkreise zu verzeichnen, nunmehr mit einer durchschnittlichen Einwohnerzahl von 161.000 auf einer Fläche von 1.218 qkm.

    Nach ziemlich genau der gleichen Zeitspanne war 2007, als die Landkreisversammlung das „Positionspapier des Niedersächsischen Landkreistages zur Verwaltungsreform in Niedersachsen“ verabschiedete, bei Einwohnerzahl und Flächenausdehnung zu konstatieren, dass die 37 Landkreise und die Region Hannover im Durchschnitt 183.000 Einwohner aufwiesen auf einer Fläche von 1.223 qkm.

    Ein besonderer Tag in der kommunalen Verwaltungsgeschichte Niedersachsens ist der 01.11.2016. An diesem Tag wurde die freiwillige Kreisfusion zwischen den ehemaligen Landkreisen Göttingen und Osterode am Harz zum neuen Landkreis Göttingen wirksam. Dabei handelt es sich um eine landes- und bundesweit historisch wohl einmalige Konstellation, in der zwei Landkreise ohne äußeren Druck des Landes mit einer zukunftsgerichteten Entscheidung auf Herausforderungen wie den starken demografischen Wandel in einzelnen Gebieten reagierten. Die nunmehr 36 Landkreise und die Region Hannover weisen im Durchschnitt 173.000 Einwohner auf einer Fläche von 1.262 qkm auf.

Zu berücksichtigen ist, dass die Spannweite der Einwohnerzahlen in den extremen Werten (einwohnerschwächster/-stärkster Landkreis) durchaus beträchtlich ist, insgesamt jedoch von einer durchaus homogenen Größenstruktur der Landkreise gesprochen werden kann. Insoweit nimmt die Region Hannover unter Einschluss der Landeshauptstadt eine Ausnahmestellung ein, denn in ihr leben gut 1,1 Mio. Einwohner auf einem Gebiet von knapp 2.300 qkm.

(Näheres zur politischen Funktion, zu Aufgaben und Aufgabenstruktur der Land-kreise sowie der Region Hannover ist in der gesonderte Darstellung Landkreise/Region Hannover und ihre Aufgaben im Rahmen dieser Internetpräsenz zu finden.)

Weiter zum Kapitel "Der Niedersächsische Landkreistag - NLT"

Druckversion anzeigen